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Jugendliche wollen Computer statt Zeitungen

Jugendliche in Deutschland wollen ihren PC. Der Computer ist ihnen 2006 erstmals wichtiger als das TV-Gerät. Zeitungen und Zeitschriften dagegen gelten als entbehrlich. Der Tod der Printmedien kündigt sich an.

Ein heftiges Beben droht der Medienlandschaft. Erstmals sind Computer für Jugendliche wichtiger als das Fernsehgerät. Und: Den Printmedien droht Schlimmes. Denn auf sie können Teenager nahezu komplett verzichten. Ein ganzer Medienzweig steht mittelfristig vor dem Aus. Dies sind Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-)Media), die mit einer repräsentativen Umfrage unter 1.200 Jugendlichen die Veränderung des Medienverhaltens und damit die Verschiebung der medialen Machtverhältnisse dokumentiert. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest untersucht mit der JIM-Studie seit 1998 das Medienverhalten von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in Deutschland.

Während das Handy inzwischen für Jugendliche selbstverständlich geworden ist - fast alle besitzen ein eigenes Mobiltelefon - nutzen sie weiterhin das TV-Gerät mit 92 Prozent am Häufigsten und, seit 1998 mit stetig schwindendem Abstand, an zweiter Stelle den PC mit 88 Prozent.

Erstmals jedoch bedeutet der Computer den Jugendlichen mehr als das Fernsehgerät: Etwa ein Viertel der Befragten gibt an, dass sie den PC am wenigsten von allen Mediengeräten entbehren können (s. Grafik).

Mit diesem Ergebnis wird das Fernsehgerät als langjähriger Spitzenreiter (1998 noch 37 Prozent) auf Platz zwei der Beliebtheitsskala verwiesen ? gleichauf mit dem Internet (je 19 Prozent), dessen Nutzung in der Studie separat von der PC-Nutzung behandelt wird.

Interessant ist auch der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Jugendlichen:

Dabei weisen männliche Jugendliche eher eine Bindung zum PC auf als die weiblichen. Diese wiederum wollen am wenigsten auf ihren MP3-Player verzichten - ein überraschender Einstieg des MP3-Players, denn er wird 2006 zum ersten Mal in der Studie berücksichtigt. Während in der Beliebtheitsskala der weiblichen Jugendlichen nach dem Favoriten MP3-Player (21 Prozent) mit 19 Prozent das TV und dann erst mit 17 Prozent der PC folgt, entscheidet sich jeder dritte männliche Jugendliche für den PC. Platz zwei belegt hier mit 21 Prozent das Internet, noch vor dem TV mit 18 Prozent.

Weit abgeschlagen in der Beliebtheitsskala der Jugendlichen: Zeitungen und Zeitschriften als am ehesten verzichtbare Medien. Eine Überraschung ist dies nicht, schätzen PC-Nutzer doch vor allem die Vielseitigkeit ihres Lieblingsmediums, z.B. Lesen, Dokumente erstellen, Organisieren, Spielen, Musik machen/ hören, Kommunizieren per Internettelefonie, E-Mail oder Instant Messenger, Filme ansehen und vieles mehr.